Starke Frauen bei Rotary

Marie-Irène Richmond-Ahoua

Past-Governor Marie-Irène Richmond-Ahoua vom Rotary Club Abidjan-Bietry in der Elfenbeinküste setzt sich seit Jahren für die Ausrottung der Kinderlähmung ein.

In Fortsetzung unserer Reihe „Starke Frauen bei Rotary“ stellen wir Ihnen hier außergewöhnliche Rotarierinnen vor. Eine der drei starken Rotarierinnen, die während der Veranstaltung bei der Weltbank zum Weltfrauentag für ihr Engagement ausgezeichnet wurden, haben wir bereits vorgestellt. Die zweite ist Marie-Irène Richmond-Ahoua vom Rotary Club Abidjan-Bietry in der Elfenbeinküste. Seit Jahren setzt sie sich für die Ausrottung der Kinderlähmung ein und überzeugte auch den Präsidenten ihres Landes von den Impfkampagnen.

Marie-Irène Richmond-Ahoua studierte an der Université Paris Diderot (Paris 7), hat einen Master-Abschluss in Angewandten Fremdsprachen und arbeitete zunächst als Corporate Sales Manager. Heute ist sie internationale Beraterin für Kommunikation und hat in dieser Funktion die Friedensoperation der Vereinten Nationen in der Elfenbeinküste (UNOCI) bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Mit Rotary kam sie bereits 1985 in Berührung als ihr Bruder, damals bei Rotaract, in ihrer Heimatstadt eine Konferenz von Rotary International besuchte. Sie war sofort begeistert von der Idee einer internationalen Organisation von Freiwilligen, die sich humanitär engagieren. 1991 half die damals 31-Jährige, einen der ersten Rotary Clubs in Afrika zu gründen, in den auch weibliche Mitglieder aufgenommen wurden. Drei Jahre später leitete sie den RC Abidjan-Bietry als erster weiblicher Clubpräsident in Westafrika und wurde später auch Governor des Rotary-Distrikts 9101.

Frauen brauchen Bildung

Ihr erstes Clubprojekt war ein Alphabetisierungsprogramm für Frauen in Abidjan. Damals konnten zwei Drittel der Frauen in ihrem Land nicht lesen, schreiben und rechnen. Sie erlebte mit, wie dieses Projekt das Leben von Frauen in ihrer Heimatgemeinde auf vielerlei Art positiv veränderte.

Nun wollte sie noch mehr Menschen erreichen und entdeckte die PolioPlus-Initiative für sich. 1997 half sie zum ersten Mal bei einem National Impftag mit. Die Erfahrungen als freiwillige Impfhelferin haben sie tief beeindruckt und sie in ihrem Engagement bestärkt. So leitete sie sieben Jahre lang Rotarys PolioPlus-Programm in ihrem Land und hilft nun als Mitglied von Rotarys Africa Regional PolioPlus Committee bei der Koordinierung der Impfaktivitäten in Westafrika.

Lobbyarbeit von Frau zu Frau

„Das freiwillige Engagement hat mir erlaubt, die Welt von verschiedenen Blickwinkeln aus zu betrachten“, erläutert Richmond-Ahoua. „Wir müssen an das glauben, was wir tun, unabhängig von den Herausforderungen, die auf uns zukommen. Und wir müssen unserem Team vertrauen und Verantwortlichkeiten aufteilen. Das hilft uns, über uns selbst hinauszuschauen und noch mehr Fortschritte zu erzielen.“

Wie wichtig es ist, an die eigene Sache zu glauben, um auch andere davon überzeugen zu können, wurde ihr bewusst, als im Dezember 1999 der damalige Präsident der Elfenbeinküste durch einen Putsch abgesetzt und durch General Robert Guei ersetzt wurde. Der neue Präsident sagte einen bereits geplanten Nationalen Impftag ab. Richmond-Ahoua nahm sofort Kontakt zu der Ehefrau des Präsidenten auf und konnte sie von den Vorteilen der Polio-Initiative vor allem für die unschuldigen Kinder des Landes überzeugen. Der Nationale Impftag fand statt.

Ein Lächeln als Belohnung

Für ihre Verdienste um PolioPlus und die Friedensförderung hat Richmond-Ahoua viele Auszeichnungen erhalten, u. a. von Bill Gates, der sie anlässlich der Rotary Convention 2017 in ehrte. Die größte Belohnung allerdings ist für sie „das Lächeln einer Mutter, deren Kind gerade geimpft wurde“, sagt sie.

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