100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland und 30 Jahre Frauen bei Rotary

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von Gundula Miethke

Vor 100 Jahren fand in Deutschland die Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung statt. Die erste Wahl, an der deutsche Frauen als Wählerinnen und wählbare Kandidatinnen teilnehmen konnten. Über 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen gaben damals ihre Stimme ab. 300 Frauen kandidierten und 37 von ihnen zogen als Abgeordnete in die Nationalversammlung ein. Im Jahr 2017 waren knapp 31 Prozent der Bundestagsabgeordneten weiblich – ein Rückschritt im Vergleich zu den Vorjahren. Dennoch eine Zahl, von der man bei Rotary seit der offiziellen Änderung der Regeln durch den Council on Legislation 1989 bisher nur träumen kann. Weltweit lag der Anteil weiblicher Mitglieder 2017 bei knapp 22 Prozent, in Deutschland und Österreich sogar nur bei knapp elf Prozent. Grund genug, an dieser Stelle immer wieder engagierte und starke Frauen bei Rotary vorzustellen wie zum Beispiel Danielle De La Fuente vom Rotary Club Coronado Binacional in Kalifornien, USA.

Mittels der von ihr mitgegründeten NGO Amal Alliance („Amal“ bedeutet Hoffnung) in Alexandria, Virginia, fördert Danielle De La Fuente Flüchtlingskinder auf der ganzen Welt durch Bildungs- und Integrationsprogramme sowie Stressbewältigungsmethoden und setzt dabei Lehrer und Organisationen aus der Region der Flüchtlingscamps ein. Auf einer UN-Konferenz erfuhr sie, dass weltweit 65 Millionen Menschen vertrieben wurden, 77 Prozent davon Kinder.

„Welche Zukunft steht uns bevor, wenn die uns nachfolgende Generation nicht träumen kann – davon, eines Tages Lehrer, Ingenieur oder Sänger zu werden?“, erläutert die Tochter mexikanisch-iranischer Einwanderer ihre Motivation für ihr Engagement.

Friedensförderung in Afghanistan

Die im kalifornischen San Diego geborene Amerikanerin spricht fließend Englisch, Spanisch und Französisch, hat einen BA im Fach Internationale Beziehungen von der Universität Boston in den USA und einen MLitt (Master of Letters) in Friedens- und Konfliktforschung von der Universität St. Andrews in Schottland. Außerdem betreibt sie aktiv Yoga, einen Körper und Geist verbindenden Sport, den sie im Rahmen der Stressbewältigungsprogramme ihrer NGO auch für Flüchtlingskinder erfolgreich einsetzt.

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Danielle De La Fuente, Rotary Club Coronado Binacional, USA, und Mitgründerin der NGO Amal Alliance für Flüchtlingskinder

Im Rahmen ihrer Arbeit an der britischen und argentinischen Botschaft, im Event-Management und Fundraising sowie für politische Kampagnen als Kontaktperson für die Bereiche Diplomatie, Regierung und Politik hat sie die Welt bereist und in vier verschiedenen Ländern gelebt. Sie arbeitete auch an der National Defense University in Washington, D.C., in den USA, wo sie sich für die Förderung nachbarschaftlicher Beziehungen im Nahen Osten und in Südasien einsetzte und Frieden zwischen zwei Städten in Afghanistan stiften konnte.

Misstrauen überwinden durch Integration

„Wir gehen bei Projekten der Amal Alliance ganzheitlich vor und bieten Kindern zwischen drei und 16 Jahren einen sicheren Ort und Programme an, die sie innerlich stärken, auf psycho-soziale Bedürfnisse eingehen und Achtsamkeit sowie Teamgeist fördern mit Yoga, Freizeitaktivitäten, Entspannungsübungen, Spielen, Kunst, Handwerk und Musiktherapie“, beschreibt De La Fuente. Neben Büchern und Lernmaterial bekommen die Flüchtlingskinder, die aus verschiedensten Ländern, Kulturen und Religionen stammen und in den Camps zusammenleben, auch nahrhafte Mahlzeiten. Die Eltern werden ebenfalls zu den Programmen eingeladen.

„Wir richten unsere Programme nicht nur an Flüchtlingskinder, sondern integrieren auch Kinder aus unterversorgten Bereichen des Gastlandes. Auf diese Weise begegnen sich die Kinder unvoreingenommen und nicht als Zugehörige einer anderen Gruppe. Dadurch konnten Intoleranz, Misstrauen und Diskriminierung überwunden werden“, erläutert De La Fuente, die 2012 zu Rotary kam und derzeit in ihrem Club als Ausschussvorsitzende für den Internationalen Dienst amtiert.

Griechenland und Libanon

2018 konzentrierte sich die Amal Alliance darauf, die Programme in drei Camps in Griechenland sowie im Libanon einzurichten. Abhängig von der Finanzierung sind weitere Projekte in Kenia, der Türkei und Bangladesch geplant.

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